Alice Peragine, PLEASE HOLD THE LINE – THANK YOU (FOR HOLDING), EXHAUSTER (Part One), Live call-in TV-Show, 2021, Kostüm: Nina Divitschek, Foto: Helge Mundt

Und draußen die Stadt - Online-Programm mit Performance und Film Screening

Veranstaltung,


Informationen

Sprache
Veranstaltung auf Deutsch und Englisch
Laufzeit
Anmeldung
Anmeldung erforderlich
Eintritt
5 €


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Online-Programm im Rahmen der Ausstellungen von Kapwani Kiwanga und Phyllida Barlow

Und draußen die Stadt untersucht den öffentlichen Raum als Ort der gemeinschaftlichen Begegnung und der Aufhebung von Grenzen. Eine neu produzierte Performance sowie ein Kurzfilmscreening ziehen Verbindungslinien zwischen den aktuell im Haus der Kunst präsentierten Ausstellungen von Phyllida Barlow und Kapwani Kiwanga. Obwohl ihre Arbeitsweisen verschiedenen zeitlichen und räumlichen Kontexten entspringen, vereint die beiden Künstlerinnen der imposante Umgang mit leuchtenden Farben und Industrie- und Alltagsmaterialien wie Stoff, Holz oder PVC. Ihre raumgreifenden Installationen lassen die vermeintlich starren Grenzbereiche zwischen Innen und Außen, dem privaten und dem öffentlichen Raum verschwimmen. Sie thematisieren die Beziehung zu unserer belebten und nicht belebten Umwelt und fragen, wie der materielle Raum, der uns umgibt, unser gesellschaftliches Zusammenleben in Gegenwart und Zukunft beeinflusst.

Alice Peragine, PLEASE HOLD THE LINE – THANK YOU (FOR HOLDING), EXHAUSTER (Part One), Live call-in TV-Show, 2021, Kostüm: Nina Divitschek, Foto: Helge Mundt
Alice Peragine, PLEASE HOLD THE LINE – THANK YOU (FOR HOLDING), EXHAUSTER (Part One), Live call-in TV-Show, 2021, Kostüm: Nina Divitschek, Foto: Helge Mundt

18 Uhr:
Soft Roader – Eine Perfomance von Alice Peragine mit anschließendem Künstlerinnengespräch

I WANT TO BE YOUR INBETWEENNESS
YOUR RAW CRACK, BEARING WITNESS TO PAVEMENTS, MELTING TO MOLASSES
I INHALE YOUR EXHAUST

Das Einatmen der Erschöpfung anderer wird bei Alice Peragine zur Metapher für die körperliche und materielle Verbundenheit mit der urbanen und technologischen Umwelt. Ihre neu produzierte Performance SOFT ROADER hinterfragt die wechselseitige Abhängigkeit von Technologien und Körpern am Beispiel des Automobils. Ein camouflage-artig verhüllter SUV bewegt sich ganz langsam vom Innenhof der Lothringer 13 Halle zum Parkplatz des Haus der Kunst. Aus dem Kofferraum wird sanft, ähnlich einer Atembewegung, weiches Vlies auf den Asphalt aus- und wieder eingerollt und so zu einem Akt der Fürsorge in rauen Zeiten. Die französische Gruppe Télepopmusic formulierte bereits 2001 im Song “Breathe”:

“I brought you something close to me […]
There’s nothing to do but believe
Just believe Just breathe
Another day, just believe
Another day, just breathe […] I’m used to it by now.”

We’re all used to it by now. Aber wie soll man zuversichtlich sein, wenn in Erscheinung treten, Austauschen und Interagieren zentral für die eigene Praxis sind? Im permanenten Ausloten und neu Verhandeln sich ständig verändernder Situationen geraten auch institutionelle Fragen in den Blick: Wie lässt sich Kunst und Kunsterfahrung mit geschlossenen Türen ermöglichen? SOFT ROADER verlagert, schaltet in einen anderen Gang. We’re used to it by now. Another day, just breathe.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit Alice Peragine und Lisa Paland, kuratorische Volontärin am Haus der Kunst, statt. 

in deutscher Sprache

19 Uhr:
Kurzfilm-Screening und Gespräch mit Iskandar Ahmad Abdalla, Johanna Billing, Stephanie Comilang und Jimmy Robert

Das Screening zeigt vier Kurzfilme, gedreht in Berlin, Jönköping, Hongkong und Bukarest. An diesen jeweils spezifisch geprägten Orten widmen sie sich übergreifenden Fragen von Gemeinschaft, Exil und Machtverteilung im öffentlichen Raum. Wie verorten wir uns zwischen Innen und Außen? Wer findet hier Platz, wer ist sichtbar (und wer nicht)? Johanna Billings Film In Purple (2019) zeigt feministische Aneignungsstrategien mittels Street Dance in Råslätt, einem marginalisierten Viertel von Jönköping. Stephanie Comilangs Sci-Fi-Dokumentarfilm Lumapit Sa Akin, Paraiso (Come to me, Paradise) von 2016 zeichnet das Leben philippinischer Gastarbeiterinnen in Hongkong nach und zeigt Formen von Gemeinschaft in der Diaspora sowie die entscheidende Rolle des öffentlichen Raums in städtischer als auch in digitaler Form. In Iskandar Ahmad Abdallas Kurzfilm Balcony of my Dreams (2020) wird der Balkon als räumliches Sinnbild verstanden, das die Grenze zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen, aber auch zwischen Heimat und Exil, Traum und Wirklichkeit darstellt. Cruising (2019) von Jimmy Robert versammelt fünf Performer*innen in Bukarest entlang der Straße vom Haus des Volkes zur Kathedrale der Erlösung des Volkes. In einem queeren Akt des Widerstands werden die Macht von Politik, Architektur und Religion hinterfragt.

in englischer Sprache

Die Performance SOFT ROADER von Alice Peragine entsteht im Auftrag des Haus der Kunst und in Kooperation mit der Lothringer 13 Halle. Sie aktiviert am 24.04. die Textarbeit I INHALE YOUR EXHAUST, die an der Zufahrt zum Parkplatz des Haus der Kunst sowie im Innenhof der Lothringer 13 Halle installiert ist. Die Schriftzüge sind Teil des Projektes EXHAUSTER – Construction Site-specific Installation from the Carbon-induced Confusion Series von Alice Peragine in der Lothringer 13 Halle und im öffentlichen Raum Münchens. Die Installation EXHAUSTER mit Videoarbeiten der Künstlerin ist noch bis 16. Mai im lokal [vorne] in der Lothringer Straße 13 von außen einsehbar.

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