William Basinski. Lamentations

Tune,


Informationen

Sprache
Tune auf Englisch
Laufzeit
Anmeldung
Anmeldung erforderlich
Eintritt
16 €


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„Wir gehen immer noch durch The Disintegration Loops“, stimmt Basinski zu. „Die ganze Welt fällt auseinander. Ich kann nicht diesen ganzen verrückten Scheiß, der in der Welt passiert, bekämpfen, indem ich auf der Straße marschiere. Aber ich kann eine andere, nachhallende Frequenz erzeugen und Leute für einen Augenblick aus der Zeit herausholen. Wenn Dinge kaputtgehen, kann man das wenigstens verlangsamen.“ William Basinski (The Guardian)  

Als Teil von TUNE gibt William Basinski zwei Konzerte am Haus der Kunst. Das erste Konzert dreht sich um sein Album Lamentations (2020), das zweite Konzert präsentiert A shadow in time (2017). Am Samstagnachmittag findet ein Artist talk sowie ein Film Screening von Melancholia: The Short Films of James Elaine and William Basinski statt (Courtesy LUX, Museolaboratorio - Città Sant’Angelo, Italien).    

William Basinski ist ein klassisch ausgebildeter Musiker und Komponist, der über 30 Jahre lang in experimentellen Medien gearbeitet hat, zuerst in New York City und in letzter Zeit in Kalifornien. Gebürtig aus Texas, studierte er in den 1970er-Jahren Saxophon und Komposition, bevor er dann mit alten analogen Tonbandschleifen seinen eigenen Musikstil entwickelte. Seine langen, hypnotischen Kompositionen sind faszinierend und eindringlich, sie feiern die Größe von Zeit und Leben. Die jahrzehntealten analogen Tonbänder, mit denen er arbeitet, erinnern schmerzlich an die daran, dass Verfall unumgänglich ist. Die Schönheit seiner Musik transzendiert jedoch das Material und dehnt unsere Wahrnehmung der Gegenwart immer weiter aus mit unendlichen Loops schwebender, nachhallender Melodien.      

The Disintegration Loops gehören zu Basinskis berühmtesten Werken und sind ein Klassiker der Ambient-Musik. Basinski hat sie 2001 zur Zeit der Tragödie des 11. Septembers aufgenommen, die er von seinem Dach in Brooklyn aus miterlebte; das Album widmete er später den Opfern. Es festigte Basinskis Ruf als wichtigster Produzent profunder Meditationen über Trauer, Verlust und Hinhabe, die – stets verbunden mit lebendbejahender Schönheit – ins Zentrum seiner Arbeit rückten.  

Sein neuestes Album Lamentations beschreibt Pitchfork als ein „Mise en abyme ... eine endlose Sequenz, die auf verschiedenen Realitätsebenen verschachtelt ist: Eine Geschichte innerhalb einer Geschichte, ein Bild innerhalb eines Bildes, ein Spiegelbild, das zwischen Spiegeln gefangen ist.“ Der Titel des Albums ist eine Anleihe an das biblische Gedicht über Exil und Verlust aus dem Alten Testament, und Tracks wie Paradise Lost unterstreichen diese Grundstimmung. Auch Teil des Albums ist O, My Daughter, O, My Sorrow, eine Studie, die Basinski für Robert Wilsons Oper The Life and Death of Marina Abramovic anfertigte. Darin singt unter anderem Svetlana Spajic ein altes Balkanlied über den Verlust der Unschuld.


Eine Veranstaltung in Kooperation mit