Blind Faith: The (After)life of the Cyborg

Symposium,


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Sprache
Symposium auf Englisch
Laufzeit
Anmeldung
Anmeldung erforderlich
Eintritt
5 €


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The (After)life of the Cyborg: On the past, present, and future of human-machine interactions

Symposium mit Cécile B. Evans, Francesca Ferrando und Lili Reynaud-Dewar
Moderiert von Jennifer Parker-Starbuck

Programm

11:00 Uhr
Begrüßung und Einführung: Daniel Milnes

11:20 Uhr
Lili Reynaud-Dewar, Künstlerin (Grenoble)
Performance "Teeth Gums Machines Future Society"

Mittagspause

13:30 Uhr
Francesca Ferrando, Philosophin des Posthumanismus (New York University)
Vortrag "Visceral Art, Medusa and the Cognitive Tentacles of Robotics“

14:30 Uhr
Cécile B. Evans, Künstlerin (London)
Künstlervortrag und Q & A

15:30 Uhr

Panel Diskussion
Cécile B. Evans, Francesca Ferrando und Lili Reynaud-Dewar
Moderiert von Jennifer Parker-Starbuck, Professor und Head of Department of Drama, Theatre and Dance (Royal Holloway, University of London)

16:30 Uhr Ende

Obwohl er schon vor über dreißig Jahren erschienen ist, bleibt Donna Haraways bahnbrechender Aufsatz A Cyborg Manifesto (1984) ein Schlüsselwerk für künstlerische Recherche. Bei dem eintägigen Symposium The (After)life of the Cyborg: On the past, present, and future of human-machine interactions im Haus der Kunst diskutieren KünstlerInnen und TheoretikerInnen die Relevanz des Cyborgs in der heutigen Gesellschaft. Während technologische Fortschritte in Robotik, künstlicher Intelligenz und Augmented/Virtual Reality den Cyborg als eine sehr realistische Perspektive erscheinen lassen, ist die Gesellschaftsutopie einer neuen Art der Subjektivität, wie Haraway sie visioniert hat, die für eine größere Durchlässigkeit der festgesetzten Binaritäten Mann/Frau, Selbst/Anderer, Natur/Kultur plädierte, bis heute nicht realisiert.

Das Symposium ist Teil der Ausstellung Blind Faith: Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion. Es untersucht, wie sich das historische Bild des Cyborgs in Haraways Sinne zu den gesellschaftlichen, politischen und technologischen Realitäten von heute verhält. The (After)life of the Cyborg umfasst einen Hauptvortrag von Francesca Ferrando, eine Performance von Lili Reynaud-Dewar und eine Werkvorstellung von Cécile B. Evans zu Sprung a Leak (2016) und erforscht aus einer multidisziplinären Perspektive die Relevanz des Cyborgs im Zeitalter technologischer Vermittlung und des digitalen Kapitalismus. Während Evans' Installation den Einfluss von Mensch/Maschine- und Maschine/Maschine-Interaktionen auf unsere Emotionen erkundet, identifiziert Reynaud-Dewars Projekt TEETH GUMS MACHINES FUTURE SOCIETY (2016) den 'Grill' - die aus der HipHop-Kultur stammende metallene Zahnprothese – als wesentlichen Bestandteil des utopischen Cyborg-Körpers, der die Macht hat, Grenzen von Hautfarbe, Klasse und Gender zu überschreiten. Diese künstlerischen Positionen werden untermauert von einem Vortrag von Francesca Ferrando, die den Stammbaum des Cyborgs bis zum heutigen Tag und darüber hinaus nachzeichnet und dabei über die Herausforderungen und Revisionen nachdenkt, denen er im Zuge technologischen und gesellschaftlichen Wandels begegnet ist. Das Symposium wird mit einer Podiumsdiskussion aller Teilnehmerinnen abgeschlossen.


Cécile B. Evans studierte Schauspiel an der Tisch School of the Arts der New York University, bevor sie sich den visuellen Künsten zuwandte. Sie erhielt zahlreiche Preise und hatte Einzelausstellungen im Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea in Turin, im Museum M in Leuven, in der Kunsthalle Aarhus, der Tate Liverpool, der Kunsthalle Winterthur und den Serpentine Galleries London. 2016 nahm sie an der 9. Berlin Biennale und der Moskauer Biennale für junge Kunst teil.

Francesca Ferrando, Ph.D in Philosophie, M.A. in Gender Studies, ist Philosophin des Posthumanen; sie unterrichtet Philosophie im Program of Liberal Studies der New York University. Dr. Ferrando hat zahlreiche Beiträge zum Thema Post- und Transhumanismus veröffentlicht und wurde mit dem Philisophiepreis "Vittorio Sainati" mit Anerkennung des italienischen Staatspräsidenten ausgezeichnet. Ihr Buch “Philosophical Posthumanism and its Others” erscheint auf Englisch bei Bloomsbury Publishing. Dr. Ferrando hielt den ersten TED-Talk über das Thema des Posthumanen. Die amerikanische Zeitschrift “ORIGIN” nahm sie in die Liste der hundert wichtigsten kreativen Persönlichkeiten auf, die die Welt verändern. Sie ist eine der Gründerinnen der NY Posthuman Research Group. Weitere Informationen:www.theposthuman.org.

Lili Reynaud-Dewar studierte öffentliches Recht und Ballett, bevor sie an der École Régionale des Beaux Arts in Nantes Kunst studierte. 2003 schloss sie mit dem MFA in bildender Kunst ihr Studium an der Glasgow School of Arts ab. Damals begann sie auch kritische Texte zu schreiben. Sie hatte Einzelausstellungen u.a. im Museion in Bolzano, im Hamburger Kunstverein, im Contemporary Art Museum in Saint Louis, im 21er Raum des Belvedere in Wien und in der Kunsthalle Basel. Ihre Arbeiten wurden in vielen Gruppenausstellungen gezeigt, darunter wichtige Biennalen wie die  5. Berlin Bienniale “When Things Cast No Shadow” (2008), La Triennale im Palais de Tokyo in Paris (2012), die Biennalen von Lyon (2007/2013) und Marrakesch (2014), sowie die 56. Biennale von Venedig “All the World’s Futures” (2015).

Professor Jennifer Parker-Starbuck ist Leiterin des Department of Drama, Theatre and Dance an der Royal Holloway der University of London. Ihre Forschung konzentriert sich auf die historischen und theoretischen Implikationen von Neuen Medien/Multimedia und deren Beziehung zum Körper in der Performancekunst. Ihre Arbeiten zu Multimedia erweitern sich dann um Arbeiten über Cyborg-Performance, Trauma und Erinnerung in der Performance, 'Dis/ability' in der Performance, Feminismus, Live Art Practices sowie 'Tierheit und das Nichtmenschliche'.
Parker-Starbuck ist Herausgeberin des Theatre Journal und Autorin von Cyborg Theatre: Corporeal/Technological Intersections in Multimedia Performance (Palgrave Macmillan, 2011, Tb 2014), Performance and Media: Taxonomies for a Changing Field (zusammen mit S. Bay-Cheng und D. Saltz, University of Michigan Press, 2015) sowie Mitherausgeberin von Performing Animality: Animals in Performance Practices, (Palgrave, 2015). Ihr Artikel “Animal Ontologies and Media Representations: Robotics, Puppets, and the Real of War Horse” (Theatre Journal, Bd. 65, Nr. 3, Oktober 2013) wurde mit dem ATHE 2014 Outstanding Article Award ausgezeichnet. Ihre Aufsätze und Besprechungen erschienen unter anderem in Theatre Journal, PAJ, Women and Performance, Theatre Topics sowie dem International Journal of Performance Arts and Digital Media.