Specters of Communism: Ein Festival über das revolutionäre Jahrhundert

Festival, von 16.11.17 bis 21.11.17


Informationen

Sprache
Festival auf Englisch
Laufzeit
Anmeldung
Anmeldung erforderlich
Eintritt
7 EUR / 20 EUR (Haus der Kunst)

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Keynote Speaker
Zhiyuan Cui

Teilnehmer
Claudia von AlemannSean BonneyUlrich Brand, Igor Chubarov, Anthony Cokes, Raqs Media Collective, David Ellerman, Melanie Gilligan, Friederike Habermann, Anke HennigSidsel Meineche Hansen, Detlef Hartmann, Michael Hirsch, Meena Kandasamy, Tamara Levitz, Sajan Mani, Fumi Okiji, Jay Pather, Benjamin PiekutAdrian RifkinKerstin Stakemeier, Lantian Xie, Hon-Lun Yang, Qingmei Yao, Raul Zelik and the Münchner Kammerspiele Ensemble. 

Zum einhundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland und knapp einhundert Jahre, nachdem Kurt Eisner im Münchner Mathäser-Bräu den Freistaat Bayern als sozialistische Räterepublik ausrief, veranstaltet das Haus der Kunst Specters of Communism: Ein Festival über das revolutionäre Jahrhundert. Dieses Festival will die facettenreichen Ausprägungen des globalen Kommunismus, die teils gegenläufig und teils erstaunlich parallel verliefen, nachzeichnen.

Es ist als eine Abfolge von Live-Veranstaltungen konzipiert und versammelt Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Kunst, Philosophie, Politikwissenschaft, Theater, Performance, Kunstgeschichte, Filmwissenschaft und Musik. Zentrales Anliegen ist, das historische Erbe des Kommunismus als wesentliches Element der künstlerischen, intellektuellen und politischen Gedankenwelt des 20. und 21. Jahrhunderts aufzufächern.

Als erster Teil einer Trilogie endete im März 2017 die Ausstellung Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965. Das Festival dient als Brücke zu den folgenden zwei Teilen, Postkolonialismus und Postkommunismus.

Specters of Communism ist in fünf Sequenzen gegliedert: „Nach all den Misserfolgen – eine emanzipatorische Zukunft neu erfinden“ (Regie: Michael Hirsch); „Szenen für eine Revolution“ (Regie: Kerstin Stakemeier); „Die Abenteuer von Wille und Intelligenz“ (Regie: Raqs Media Collective); „Form, Herrschaft und der Zerfall des Hörens“ (Regie: Benjamin Piekut); und „Tableaux Vivants“ (Regie: Münchner Kammerspiele).

Dieser Moment des Nachdenkens über das Vermächtnis des Kommunismus und seine verschiedenen Ausprägungen erfolgt in einer Ära, die vielen als post-ideologisch gilt. Dient Politik heute einzig dazu, die globale Zirkulation von Kapital zu beschleunigen? Francis Fukuyama hatte 1989 das "Ende der Geschichte" postuliert. „Selbst wenn man dessen Thesen ablehnt“, so Okwui Enwezor, „fällt jedoch auf, dass sämtliche Anstrengungen der Integrationspolitik in Europa in den ersten zwei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts den Anstieg rechtsorientierter populistischer Politik, von Neo-Nationalismus, islamistischem Radikalismus, Anti-Immigrationsbewegungen und des Widerstands gegen die Globalisierung nicht haben verhindern können.“

Das Erstarken solcher Bewegungen fordert die ideologische Widerstandskraft von Staaten, Eliten und Märkten heraus. Wie können vor einem solchen Hintergrund das Vermächtnis und Scheitern des Kommunismus neu bewertet werden? Specters of Communism richtet den Blick auf die vergangenen einhundert Jahre, sowie auf Relevanz und Potenzial der soziologischen Modelle, die in Revolutionen und kommunistischen Bewegungen eingefordert wurden - etwa gesellschaftliche Solidarität, Koalitionspolitik, die Abschaffung sozialer Ungleichheit und gemeinschaftliches Handeln.

Specters of Communism: Ein Festival über das revolutionäre Jahrhundert konzipiert und organisiert von Haus der Kunst in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt im Rahmen des HKW-Langzeitprojektes „100 Jahre Gegenwart“, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Konzipierung: Okwui Enwezor
Programmkurator: Dr. Damian Lentini
Programmorganisation: Andrea Saul
Recherche: Tim Roerig

Das Projekt in München findet in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen statt.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit