Gelbe Skulptur, 1969/79, Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives, Aktivierung, Haus der Kunst, 2020, Foto: Maximilian Geuter © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Shifting Perspectives – Streaming Festival zum Werk von Franz Erhard Walther

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Anmeldung nicht erforderlich
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Freier Eintritt


Übersicht aller Veranstaltungen

Anlässlich der Retrospektive „Shifting Perspectives“ widmet das Haus der Kunst in Zusammenarbeit mit der Franz Erhard Walther Stiftung dem sechs Jahrzehnte umspannenden Lebenswerk des Künstlers ein ganztägiges Streaming Festival. Live-Aktivierungen von historischen Exponaten, ein Künstlergespräch, Interviews mit Werk-Kollaborateur*innen sowie zwei Podiumsdiskussionen mit Wissenschaftler*innen und Ausstellungsmacher*innen spüren der historischen wie gegenwärtigen Relevanz seines Werks nach. Mehr

HDK LIVE
Mit HDK LIVE können Sie das Streaming Festival online im Live Stream über unsere Webseite und über Facebook verfolgen. 

Programm (PDF Download)

10 UhrBegrüßung
Andrea Lissoni, Künstlerischer Direktor, Haus der Kunst 
Susanne Walther, Vorsitzende, Franz Erhard Walther Foundation
Erik Verhagen, Professor für zeitgenössische Kunstgeschichte an der Université Polytechnique Hauts-de-France, Valenciennes 

Einführung 
Jana Baumann, Kuratorin, Haus der Kunst

10.30 Uhr: Künstlergespräch
Franz Erhard Walther im Gespräch mit Jana Baumann

Beim gemeinsamen Rückblick auf Franz Erhard Walthers künstlerisches Lebenswerk wird das Ineinandergreifen medialer Verknüpfungen – der Kern seiner Praxis – im Mittelpunkt stehen. Dabei wird die Verschiebung von der Repräsentanz des Bildes hin zur Präsenz des Körpers, vom Sehen zum Fühlen erörtert.

11.15 Uhr: Impulsreferate und Podiumsdiskussion I
Image as Action: Transforming Life Processes into the Visual
Moderiert von Catherine Wood, Kuratorin für internationale Kunst (Performance), Tate Modern, London
Gregor Quack, Doktorand, Yale University, New Haven, Connecticut 
The Artist’s Image of Society: Textile Social Theory in the Work of Franz Erhard Walther 
Gaëtane Verna, Direktorin, The Power Plant, Toronto 
Franz Erhard Walther: A Call for Action

Der Körper dient Franz Erhard Walther seit jeher als Medium, doch stellt sich die Frage, inwiefern die körperliche Aktion zur Bildwerdung des Lebendigen führt. Aus dem Material Stoff leitete Walther eine neue Formgebungskraft ab, die sich im Zuge der Aktivierung der Objekte entfaltet und ein breites Spektrum an Denk-, Wahrnehmungs- und emotionalen Prozessen auslöst.

Hierbei wird der Mensch zum Erfahrungskörper, aber welche soziale oder politische Funktion wird ihm eingeschrieben. Die historische ebenso wie die gegenwärtige Relevanz von Walthers Werk im kunsthistorischen wie auch gesellschaftspolitischen Kontext von Teilhabe, Mitbestimmung und Selbstverantwortung soll thematisiert werden.

12.30 Uhr: Sechs Thesen à fünf Minuten: Doktorand*innen zum Werk von Franz Erhard Walther 
Luisa Pauline Fink, Freie Universität Berlin
Dieter Groll, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Anne Simone Krüger, Universität Hamburg
Sarah Lorbeer, Ruhr-Universität Bochum
Gregor Quack, Yale University 
Lucia Schreyer, Freie Universität Berlin

13 Uhr: Aktivierung der Gelben Skulptur (1969/70), des Neuen Alphabets / Form Z (1991) und weiterer Werke der Ausstellung 
Die Gelbe Skulptur ist der Prototyp für die Wandformationen, Walthers umfassendste Werkserie. Indem der Künstler Elemente entwickelt, die angezogen oder betreten werden können, wird der Körper zum Modul und Mittel der Darstellung.

Die Sprache dient Walther als Stoff, aus dem er die textile Wand- und Bodenskulptur Form Z abgeleitet hat. Der aktivierbare plastische Buchstabe wird zur Handlungsform und der Betrachter zum Benutzer.

14 Uhr: Gespräch 
Susanne Walther, Vorsitzende, Franz Erhard Walther Foundation,
und Johanna Walther, Textilingenieurin und Werk-Kollaborateurin von Franz Erhard Walther

Johanna Walther fertigt seit 1963 in enger Zusammenarbeit mit Franz Erhard Walther dessen genähte Werke. Gleichermaßen ist Susanne Walther seit 1996 in ihrer Eigenschaft als Koordinatorin der Ausstellungsrealisierungen und als Vorsitzende der Franz Erhard Walther Stiftung (2007) dem Werk des Künstlers eng verbunden. Die Beiträge seiner Wegbegleiterinnen sollen in ihrer zentralen Bedeutung für die Werkgeschichte fassbar werden.

14.45 Uhr: Impulsreferate und Podiumsdiskussion II
Generative Praxis: Medial Entanglements as Artistic Expansion
Moderiert von Erik Verhagen, Professor für zeitgenössische Kunstgeschichte, Université Polytechnique Hauts-de-France, Valenciennes
Yasmil Raymond, Rektorin, Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, Frankfurt am Main 
Franz Erhard Walther: Drawing Up a Common Ground
Gregory Williams, Außerordentlicher Professor für zeitgenössische Kunstgeschichte und Kunst der Moderne, Boston University 
Practice Situations: Franz Erhard Walther and the Framing of Action
Christian Rattemeyer, ehem. Direktor, SculptureCenter, New York 
Franz Erhard Walther: Sculpture into Painting

Mittels vielgestaltiger konzeptueller Strategien visualisieren sich Walthers radikale Werkideen. Dabei hat sich in den plastischen und zugleich bildhaften Kippfiguren eine imaginativ geprägte Gegenbildlichkeit zum Bild manifestiert. Was bedeutet dies für die Trias von Gegenstand, Bild und Abbild, und welche neuen Beziehungsgeflechte von Produzent, Werk und Rezipient hat Walther initiiert?

Walthers Verschränkung von Malerei, Skulptur und Architektur, wie sie etwa in den Wandformationen greifbar wird, und deren Aktivierung eröffnen ungekannte künstlerische Möglichkeitsformen im Spannungsfeld von Organismus und Bild. Walthers Transformationen medialer Kategorien, konventionalisierter Weisen der Kunstbetrachtung und eines institutionalisierten Ausstellungsraums stehen im Fokus der Diskussion.

16.15 Uhr: Fragen & Antworten mit Franz Erhard Walther 

17 Uhr: Aktivierung von Mantelstahlstück (1969mit Lehmann Walther
Mit der Aktivierung von Mantelstahlstück durch Lehmann Walther, den Sohn des Künstlers, wird eine einzigartige Verbindung zwischen Körper und Objekt geschaffen. Bewegungen sind aufgrund der in den Manteltaschen befindlichen Stahlplatten, die während der Aktivierung auf die am Boden platzierten Stahlplatten geworfen werden, nur langsam möglich. Für Walther ist die Verlangsamung ebenso wie die Ummantelung Werkzeug zur „plastischen Modellierung“ des Körpers in seinem Bezug zum Raum.

17.30 Uhr: Schluss

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Haus der Kunst und der Franz Erhard Walther Foundation.