Blind Faith: Talks & Tours mit Jol Thomson, Künstler und Stefan Schönert, Astroteilchenphysiker

Talks & Tours ,


Informationen

Sprache
Talks & Tours auf Deutsch und Englisch
Laufzeit
Anmeldung
Anmeldung nicht erforderlich
Eintritt
13 €


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Talks & Tours mit Jol Thomson, Künstler und Stefan Schönert, Astroteilchenphysiker

Stefan Schönert, Professor für Experimentelle Astroteilchenphysik an der Technischen Universität München (TUM) und Co-Sprecher des Collaborative Research Center SFB1258 „neutrinos and dark matter“(TUM), wird zu Beginn der Talks & Tours ein kurze Einführung in die fremde Welt der Neutrino-Forschung geben.
Danach wird der Jol Thomson mit Stefan Schönert über seine künstlerischen Inspirationen für die audio-visuelle Komposition G24|0vßß im Kontext der perzeptuellen und kognitiven Entwicklungen durch Versuchssysteme und wissenschaftliche Forschung diskutieren.   

Jol Thomson verbindet neueste Kenntnisse aus der Physik dunkler Materie und der Wissenschaftsphilosophie zu experimentellen, audio-visuellen Kompositionen.
In G24|0vßß beobachtet Thomson verschiedene Forschungsprojekte zum Thema des Neutrinos, eines nicht wahrnehmbaren, neutralen subatomaren Teilchens. Neutrinos haben das Potenzial, uns Informationen zu fundamentalen Fragen der Existenz und der Beschaffenheit des Universums zu liefern, die bislang außerhalb unserer menschlichen Wahrnehmung lagen. Die Arbeit G24|0vßß ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit dem Cryogenic Underground Laboratory for Rare Events (CUORE) im Zentrum des Gran Sasso Gebirges in Italien. In einer Montage psychedelischer Sequenzen dokumentiert Thomsons Video G24|0vßß die Flora und Fauna der Berge sowie die menschlichen Interventionen, die ihn zu einem der am höchsten entwickelten Orte auf dem Planeten verwandelt haben. Zitate aus dem Roman Die Stimme des Herrn (1968) des polnischen Science-Fiction-Autors Stanisław Lem wirken dabei unterstützend und zeigen, wie vormals aus dem Reich der Fiktion stammende Fragen und Ideen inzwischen die Entwicklung zeitgenössischer wissenschaftlicher und post-humanistischer Diskurse bestimmen.

Der im Anschluss stattfindende Rundgang bietet statt einer konventionellen Führung ein Gespräch, bei dem Jol Thomson mit der Kuratorin Anna Schneider und den Besuchern weitere Werke der Ausstellung diskutiert. 

Jol Thomson (*1981, Ontario, Kanada) ist Künstler, Autor und Sound-Designer und arbeitet in Deutschland und Großbritannien. Thomson schloss sein Studium an der Universität Toronto mit einem Honours BA in Philosophie, Kunstgeschichte und Visuellen Studien ab und studierte später bei Prof. Simon Starling an der Städelschule Frankfurt. Zu seinen jüngsten Projekten zählen die Ausstellungen “TITAN (a dark kairological framework)” im Museo d’Arte Contemporanea di Villa Croce in Genua (2014), “New Frankfurt Internationals: Solid Signs” im Nassauischen Kunstverein in Wiesbaden (2015), “G24|0vss” in der Galleria d’Arte Moderna e Contemporanea di Bergamo (2016) sowie “Open Codes: Living in digital worlds” im ZKM Karlsruhe (2017). 2016 wurde er mit dem MERU Art*Science Award ausgezeichnet. 2016/17 war er Stipendiat der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und 2017 Artist-in-Residence des Bosch GmbH Zentrums für Forschung und Vorausentwicklung in Renningen.

Seit 2010 ist Stefan Schönert Professor für Astroteilchenphysik an der TU München, an der er 1995 promoviert wurde. Zwischenzeitlich hat er an der Universität Mailand, am italienischen Laboratori Nazionali del Gran Sasso, am Institut für Cosmic Ray Research in Japan und am Max-Planck Institut für Kernphysik in Heidelberg geforscht. Schwerpunkte seiner Arbeiten ist die Suche nach dunkler Materie, den Eigenschaften von Neutrinos und deren Rolle in der Astrophysik.  Neutrinos sind eng mit einem der großen ungelösten Rätsel der Physik verbunden, der Frage nämlich warum es in unserem Universum mehr Materie als Antimaterie gibt. Stefan Schönert ist Max-Planck-Fellow, Co-Sprecher des Sonderforschungsbereichs SFB1258,  Mitglied des Exzellenzclusters Universe und Sprecher der internationalen LEGEND Forschungskollaboration. 2018 erhielt er den prestigeträchtigen ERC Advanced Grant des europäischen Forschungsrat.