Forensic Architecture - Ein Vortrag von Eyal Weizman

15.11.18

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Forensic Architecture - Ein Vortrag von Eyal Weizman

"Es gibt Fakten in einer Ära des Post-Truth", sagt Eyal Weizman von  Forensic Architecture, "und wenn die Polizei und der Staat nicht auf drängende Fragen antworten, ist es Zeit für uns, die Ermittlungen zu übernehmen, mit dem Werkzeug der zeitgenössischen Kultur."

Die Videoinstallation "77sqm_9:26min" der Londoner Forschungsgruppe Forensic Architecture war eines der einflussreichsten Projekte der documenta 14 und wird nun im Rahmen des 10. Festivals Politik im Freien Theater vom 1.-11.11. im Haus der Kunst zu sehen sein. Forensic Architecture unter der Leitung von Eyal Weizman wurde mit "77sqm_9:26min" für den diesjährigen Turner Prize nominiert.

Eyal Weizman stellt in seinem Vortrag die Arbeiten seines interdisziplinären Teams bestehend aus Architekten, Filmemachern, Wissenschaftlern, Journalisten und Anwälten vor, das innovative Visualisierungstechniken entwickelt, um politische Konflikte zu analysieren und auf sie zu reagieren. Die aufklärerische Stoßrichtung ihrer visuellen Arbeiten lässt sich mit der Arbeit von investigativem Journalismus vergleichen.

Die Videoinstallation "77sqm_9:26min", die ein Schwerpunkt seines Vortrages sein wird, beschäftigt sich mit dem NSU-Mord an Halit Yozgat und versucht zu ermitteln, ob Andreas Temme, ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, entgegen seiner Aussagen nicht doch Zeuge des Verbrechens war. Dafür haben sie den Tatort anhand geleakter Akten und eines Polizeivideos minutiös rekonstruiert.  

Die Veranstaltung findet im Rahmen des 10. Festivals Politik im Freien Theater statt und ist eine Kooperation mit der Bundeszentrale für Politische Bildung.

In englischer Sprache

 

Eyal Weizman ist Architekt, Professor für Spatial and Visual Cultures und Direktor des Centre for Research Architecture am Goldsmiths College, University of London. Seit 2011 leitet er das Projekt Forensic Architecture, mit dem er unter anderem 2016 auf der Architekturbiennale in Venedig und 2017 auf der documenta 14 in Kassel vertreten war. 1970 in Haifa geboren, war Weizman 2007 einer der Mitbegründer des Architektur-Kollektivs DAAR (Decolonizing Architecture Art Residency) im palästinensischen Bait Sahour. Weizman hatte eine Professur für Architektur an der Akademie der Bildenden Künste in Wien inne, unterrichtete am The Bartlett (UCL) in London, an der Städelschule in Frankfurt und am Berlage Institute in Rotterdam.