​Fujiko Nakaya

Informationen über ​Fujiko Nakaya

Geboren
1933, Japan
Keywords
FujikoNakayaHDK

Über

Fujiko Nakaya (*1933) ist die zweite Tochter des Physikers Ukichiro Nakaya, dessen wegweisende Forschung zu Schnee und Eis weltberühmt ist. Nachdem sie in Tokio die Highschool abgeschlossen hatte, besuchte Nakaya die Northwestern University in Evanston, Illinois, wo sie Kunst studierte. Von 1957 bis 1959 studierte Nakaya Malerei in Paris und Madrid. 1960 wurden ihre Bilder in der Sherman Art Gallery in Chicago gezeigt. Sie kehrte nach Japan zurück, wo sie 1962 ihre erste Ausstellung in der Tokyo Gallery hatte.  

1966 nahm Nakaya an dem legendären Performanceprojekt 9 Evenings: Theatre & Engineering in New York teil und schloss sich der Gruppe Experiments in Art and Technology (E.A.T.) an, die im selben Jahr von Billy Klüver und Robert Rauschenberg gegründet worden war. E.A.T. brachte Ingenieur*innen und Künstler*innen anlässlich gemeinsamer Projekte bei Bell Telephone Labs zusammen und beschleunigte so den Trend zur Multimedia-Kunst. Ab 1969 war Nakaya E.A.T.s Repräsentantin in Tokio und maßgeblich an der Gestaltung des Pepsi Pavilions für die Expo ’70 in Osaka beteiligt. Hier arbeitete sie erstmals mit künstlichem Nebel und schuf eine atmosphärische Skulptur, die das Äußere des Gebäudes umhüllte. Seither kreierte Nakaya häufig in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zahlreiche Nebelskulpturen für öffentliche Räume, Gebäude und Parks.  

Gemeinsam mit Katsuhiro Yamaguchi, Yoshiaki Tono, Nobuhiro Kawanaka, Hakudo Kobayashi und anderen gründete Nakaya 1971 das Künstler*innenkollektiv Video Hiroba. 1980 eröffnete Nakaya SCAN, Japans erste Videogalerie. Ab 1987 organisierte sie das Japan International Video Television Festival. In dieser Zeit schuf die Künstlerin verschiedene Videoinstallationen als Teil institutioneller Ausstellungen.  

Die Nebelskulptur Earth Talk, die Nakaya 1976 auf der 2. Sydney Biennale präsentierte, wurde 1983 dauerhaft im Skulpturengarten der National Gallery of Australia installiert. Unter dem neuen Titel Foggy Wake in a Desert inspirierte die Skulptur in Zusammenarbeit mit Yasushi Mitsuta von der Kyoto University ein Forschungsprojekt über die Ursachen der Entstehung von Wüsten. 1992 vollendete Nakaya Foggy Forest für Showa Kinen Park in Tokio – ihr bislang größtes, permanent installiertes Werk. F.O.G. (1998) entstand anlässlich der Ausstellung Robert Rauschenberg: A Retrospective am Guggenheim Museum Bilbao, Spanien, und ist heute Teil der ständigen Sammlung des Museums. Nakaya schuf Nebel für Performances von Trisha Brown und Gisèle Vienne, die noch immer international aufgeführt werden. 2013 eröffnete sie mit einer Nebelskulptur ein Programm von künstlerischen Auftragsarbeiten für das Exploratorium in San Francisco. Seit 2018 ist ihr Nebel-Environment Pathfinder dauerhaft in Ekebergparken, Oslo, installiert. Im selben Jahr wurde ihre erste umfangreiche Retrospektive im Art Tower Mito, in Japan gezeigt. Fujiko Nakaya hat bislang fünfundneunzig Nebelskulpturen realisiert.

Verwandte Ausstellung:

Fujiko Nakaya. Nebel Leben. Installationsanischt. Haus der Kunst. 2022. Foto: Andrea Rossetti
Fujiko Nakaya. Nebel Leben

Ausstellung, bis 31.7.22