Esther Gabara

Informationen über Esther Gabara


Über

Esther Gabara (Ph.D., Stanford University) ist E. Blake Byrne Associate Professor of Romance Studies and Art, Art History & Visual Studies an der Duke University. Als Spezialistin für moderne und zeitgenössische lateinamerikanische Literatur und visuelle Kultur leitet sie viele Kurse für Grund- und Hauptstudium, die Forschung, Theorie und Praxis kombinieren, und führt StudentInnen in die wissenschaftlichen und künstlerischen Genealogien des Globalen Südens ein. Sie leitete mit anderen das Global Brazil Lab am Franklin Humanities Institute der Duke University, unterstützt durch ein Stipendium der Mellon Foundation (2014-2017). Gabara ist Gastkuratorin der kommenden Ausstellung Pop América, 1965-1975, die vom McNay Art Museum (San Antonio, 2018) ins Nasher Museum of Art (Duke, 2019) und ins Block Museum of Art (Northwestern, 2019) reisen wird. Pop América gewann den Inaugural Sotheby’s Prize für kuratorische Innovation und wurde großzügig von der Warhol Foundation unterstützt. Kürzlich leistete Gabara Beiträge zu zwei Ausstellungen in der pazifischen Zeitzone: Dem Programm Los Angeles/Latin America (LA/LA) von 2017, unterstützt von der Getty Foundation: The Autry Museum of the American West’s La Raza, sowie Revolution and Ritual: The Photographs of Sara Castrejón, Graciela Iturbide, and Tatiana Parcero in der Ruth Chandler Williamson Gallery am Scripps College. Sie publizierte die Monographie Errant Modernism: The Ethos of Photography in Mexico and Brazil (2008, Duke University Press) sowie zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Beiträge in Ausstellungskatalogen. Weitere Texte werden veröffentlicht in Independent Salons, 1968-1971 (2018, Contemporary Art University Museum, MUAC/UNAM, Mexiko) sowie in Estudios de cultura visual en América Latina (2018, Institute of Aesthetic Research,  IIE/ UNAM, Mexiko).

ABSTRACT

"¿Acaso hay otro orden?:  Schreie und Flüstern aus den 1970er-Jahren"

Diese Präsentation stellt wichtige Gespräche zwischen Intellektuellen aus den 1970er-Jahren vor, die in der geopolitischen Weltgegend lebten, die man Lateinamerika nennt. Diese Gespräche waren nicht immer angenehm; man wurde laut, man stritt sich ums Mikrofon, wie zum Beispiel bei der Konferenz zum internationalen Jahr der Frau in Mexiko-Stadt im Jahr 1975.  Solche Auseinandersetzungen waren nötig, um die Ungleichheit und Gewalt anzusprechen, die in den stabilen und ungerechten kolonialen Systemen von Hautfarbe, Ethnizität, Gender und Sexualität eingebettet sind. Die Gespräche überwanden Grenzen: zwischen Nationalstaaten, zwischen Orten formaler Bildung, Räumen der Kunst und anderen Räumen, zwischen Stadt und Land und innerhalb der hegemonialen Strukturen, die gesellschaftliche Identität diktierten. Manchmal ahnte man in diesem Austausch auch einen Schimmer anderer Arten von Beziehungen. Die Präsentation will zeigen, dass diese historischen Auseinandersetzungen und Kollaborationen für unsere Projekte mit und über zeitgenössische KünstlerInnen und Intellektuelle, deren Arbeit als feministisch, dekolonial oder antirassistisch charakterisiert werden kann, von zentraler Bedeutung sind.