Barbara Carrasco

Informationen über Barbara Carrasco


Über

Barbara Carrasco ist Künstlerin und Wandmalerin. 1978 erwarb sie den B.F.A. an der University of California in Los Angeles und 1991 den M.F.A. am California Institute of the Arts.
Seit 1978 werden ihre Arbeiten in den USA und Europa ausgestellt.
2018 war ihr Wandgemälde L.A. History: A Mexican Perspective Teil der SIN CENSURA-Installation am Los Angeles County Museum of Natural History. Die Skizzen zu ihren Wandgemälden befinden sich in der ständigen Sammlung von Papierarbeiten der Library of Congress, Washington D.C. Ihre Papiere werden in den Spezialsammlungen der Stanford University aufbewahrt, ihre Oral History in den Smithsonian Archives of American Art. 2002 wurde Carrasco zur UC Regents Professorin an der UC Riverside ernannt. Sie ist Vorstandsmitglied der Dolores Huerta Foundation.
2008 entwarfen die Girl Scouts of America ein Verdienstabzeichen auf der Basis von Carrascos Bild von Dolores Huerta.
Carrasco erhielt den Mexican American Legal Defense and Educational Fund, Leadership in the Arts Award. Derzeit wird ihre Arbeit in den Ausstellungen "Radical Women" im Brooklyn Museum of Art und "¡Murales Rebeldes!" in der California Historical Society in San Francisco gezeigt.

ABSTRACT

"Chicana-Künstlerinnen in einem US-amerikanischen Kontext"

Der Vortrag befasst sich mit Identitätsproblemen von Chicana-Künstlerinnen in den Vereinigten Staaten. Chicana ist eine stark politisierte Bezeichnung für Amerikanerinnen mit mexikanischen Wurzeln. Meine Erfahrungen als Chicana-Kunststudentin in den 1970er-Jahren führten mich dazu, gegen den Sexismus zu kämpfen, der Bewegungen wie das Chicano Civil Rights Movement und die United Farm Works Union durchdrang. Ich arbeitete für die UFW Union als Künstlerin, während ich an der UCLA studierte.

Damals schuf ich die Arbeit “Pregnant Woman in a Ball of Yarn” (1978), über die viel diskutiert und die kürzlich in der Ausstellung “Radical Women: Latin American Art, 1960-1985” gezeigt wurde. Das Bild stellt eine schwangere Frau dar, die in ein Wollknäuel gefesselt ist. Die Ikonographie war durch meinen jüngeren Bruder inspiriert, der seine schwangere Frau daran hindern wollte, ein College zu besuchen. Das Bild ist ein Kommentar zu unseren patriarchalen Wertehierarchien. 

Ich war eine der acht US-amerikanischen Künstlerinnen, die in der Ausstellung “Radical Women” vertreten waren. Mir wurde klar, dass die Kunst vieler lateinamerikanischer Künstlerinnen auf viel didaktischere Weise politisch war als die Arbeiten von Chicanas, da diese Frauen sehr von den politisch repressiven Regierungen ihrer Länder beeinflusst waren. Dennoch schaffen meine Kolleginnen immer noch Kunstwerke, die unsere Identität als Chicanas bekräftigen. Wir kritisieren das raue politische Klima, die dominante Kultur und Institutionen, die unsere Arbeit marginalisieren und uns daran hintern, einen Einfluss auf die Kunst des Mainstreams auszuüben.