Andrea Giunta

Informationen über Andrea Giunta


Über

Andrea Giunta ist Kunsthistorikerin und Kuratorin mit Focus auf lateinamerikanische und zeitgenössische Kunst. Sie promovierte an der Universidad de Buenos Aires, Argentina, wo sie heute an der Facultad de Filosofía y Letras Professorin für lateinamerikanische und globale moderne und zeitgenössische Kunst ist. Als leitende Forscherin des CONICET, des Nationalen Rats für wissenschaftliche und technologische Forschung in Argentinien, ist sie Gastdozentin an der University of Texas in Austin. Dort hatte sie auch den Lehrstuhl für lateinamerikanische Kunstgeschichte und -kritik inne und war Gründungsdirektorin des Center of Latin American Visual Studies (2008-2013). Giunta wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter Stipendien von der Guggenheim Foundation, der Getty Foundation und der Rockefeller Foundation. Weiterhin erhielt sie das Donald D. Harrington Faculty Fellowship der University of Texas in Austin und war Tinker Visiting Professor an der Columbia University, NY, 2017.  Mehrere Universitäten haben ihre Arbeit gewürdigt, indem sie sie zu Hauptvorträgen einluden (Harvard, University of Chicago, Berkeley, New York University, Chicago Art Institute, Columbia University, EHESS, Paris). Sie hielt auch Vorträge in Museen wie dem MoMA, dem Museo Reina Sofía, dem Getty Institute, dem MFAH in Houston, dem Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires (Malba), der Pinacoteca de São Paulo, dem Hammer Museum in Los Angeles, dem MUAC-UNAM etc. (Zu ihren Büchern zählen Feminismos y arte latioamericano (2018), Radical Women – Latin American Art, 1960-1985 (2017, zusammen mit Cecilia Fajardo-Hill), Verboamérica (2016, zusammen mit Agustín Pérez Rubio), When Does Contemporary Art Begin? (2014), Escribir las imágenes (2011), Objetos mutantes (2010), Poscrisis (2009), El Guernica de Picasso: el poder de la representación (2009) sowie Avant Garde, Internationalism and Politics (2007, spanische Erstausgabe 2001).  

ABSTRACT

"Hautfarbe, Ethnizität und Empathie bei lateinamerikanischen Künstlerinnen, 1960-1985"

Auf der Basis der Ausstellung “Radical Women: Latin American Art, 1960-1985” (Hammer and Brooklyn Museums und Pinacoteca de São Paulo, kuratiert von Cecilia Fajardo-Hill und Andrea Giunta) analysiere ich in meinem Vortrag einige der dort gezeigten Arbeiten anhand der Konzepte Hautfarbe, Ethnizität und Empathie. Die Präsentation stellt die Ausstellung selbst vor, die kuratorischen Entscheidungen, die der Werkauswahl zugrunde lagen, sowie die Themen, die die Installation im Ausstellungsraum leiteten. Die Konfiguration des künstlerischen Feldes von Lateinamerika 1960 bis 1985 wird ebenfalls analysiert und dabei auch die Herausforderung, die Themen Gender, Race und Ethnizität sichtbar zu machen. Ich gehe auf die Schwierigkeiten bei der Analyse solcher Themen in der lateinamerikanischen Kunst ein und auf die Notwendigkeit, unsere Praxis neu zu positionieren, um den Kanon zu problematisieren. “Radical Women” wollte die Sichtbarkeit von 125 Künstlerinnen befördern, die sich meistens außerhalb des Radars der zeitgenössischen lateinamerikanischen Kunst befanden. Eine neue Betrachtung der Ausstellung erlaubt uns, implizite Fragen zu vertiefen und neue Pfade des Nachdenkens und Forschens aufzuzeigen.