Dust to Dust

Ai Weiwei

Information about Dust to Dust

Titel
Dust to Dust
Künstler
Ai Weiwei
Datum
2009

Über das Kunstwerk

Ai Weiwei
Dust to Dust, 2009
Zermahlene Tonwaren in Glasgefäß (vom Künstler zermahlen und in die Glasgefäße gefüllt)
26 cm, ø 20 cm
Edition von 35 + 5 A.P.

vergriffen

Jede von Ai Weiweis Editionen ist ein Unikat. Bei dem Glasgefäß handelt es sich um einen Alltagsgegen­stand, den man in jedem Einrichtungshaus kaufen kann; der Inhalt jedoch ist eine ebenso individuelle wie provokante Mischung: Sie stammt von Tonwaren aus der Jungsteinzeit (5000-3000 v. Chr.), die zu Staub zermahlen wurden. Ai Weiwei, dessen Studio unter dem Namen "Fake" agiert, konfrontiert damit unsere westliche "Ikea-Kultur" mit der Jahrtausende alten chinesischen Kultur, die vom ikonoklastischen Umgang mit der eigenen Geschichte geprägt ist. In Ai Weiweis Kunst wird ebendieser Aspekt immer wieder thematisiert: "History is always the missing part of the puzzle in everything we do. I think that they only have a momentary truth and that’s the fragment: those momentary pieces". Diese geschichtlichen Fragmente hat Ai Weiwei in seiner Edition Dust to Dust gesammelt und eine Zeitkapsel kreiert, ähnlich den Time Capsules von Andy Warhol oder der Glasampulle Air de Paris von Marcel Duchamp. 
Vieles in Ai Weiweis Konzeptkunst dürfte auf seine Faszination für Marcel Duchamp zurückzuführen sein, den er in den 1980er-Jahren während seines 12-jährigen Aufenthaltes in New York für sich entdeckte. Der Alltagsgegenstand bzw. das "Readymade", wie Duchamp es nannte, ist ein wichtiger Aspekt in Ai Weiweis Kunst. 

Dieser Aspekt kommt auch in der Edition Dust to Dust zum Ausdruck, die Ai Weiwei anlässlich seiner Ausstellung "So Sorry" (12.10.09 – 17.01.10) kreiert und dem Haus der Kunst zur Verfügung gestellt hat.