Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives. Work activation, Haus der Kunst Munich, Photo: Maximilian Geuter
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#WaltheratHome - Let's get active!

Geschrieben von Pia Linden,

Bis ihr die große Ausstellung „Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives“ wieder vor Ort im Haus der Kunst besuchen könnt, bringen wir mit der Aktion #WaltheratHome die Ideen des Künstlers zu euch nach Hause und laden euch ein, eure eigene Aktivierung durchzuführen und mit uns zu teilen.

Die Retrospektive im Haus der Kunst geht bis zu Walthers Anfängen Ende der 1950er Jahre zurück und stellt sein bis heute andauerndes Werk vor. Walthers bevorzugtes künstlerisches Material ist unter anderem Stoff. Er schafft damit Werke, die zwischen Malerei und Skulptur changieren. Gleichzeitig nimmt der handelnde Mensch hierbei eine zentrale Funktion ein. Der Künstler lockt uns aus einer passiven Betrachterrolle und bezieht uns in sein Werk ein.

Walthers früheste Aktivierungsarbeiten konzentrieren sich auf elementare Erfahrungen, die wir mit unseren Händen machen. Zwei auf den ersten Blick identische Samtkissen werden durch Handauflegen als leer oder gefüllt erfahren. Zwei mit Reis gefüllte Gläser fühlen sich in den Händen unterschiedlich schwer an. Von Seifen- bis Butterstücken oder gefüllte Einweckgläser finden sich bei Euch zu Hause sicherlich zahlreiche Objekte, mit denen Ihr diese Erfahrungen nachspüren könnt.

Walther erweiterte schon bald die Handlungsmöglichkeiten seiner Werke auf den ganzen Körper. Mit der farbkräftigen „Roten Scheibe mit vier Bändern“ rückt er das menschliche Maß in den Mittelpunkt seines Schaffens. Stellt Euch selbst einmal wie Franz Erhard Walther mit ausgestreckten Armen vor eine Wand und spürt das Maß Eures Körpers im Verhältnis zum Raum - von den Füßen bis zum Kopf, von einer Fingerspitze zur anderen. Wer Lust hat, kann sich auch selbst eine körpergroße Scheibe basteln.

Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives, Installationsansicht, Aktivierung, Haus der Kunst, 2020, Foto: Maximilian Geuter © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives, Installationsansicht, Aktivierung, Haus der Kunst, 2020, Foto: Maximilian Geuter © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Walthers künstlerischer Ansatz, die Handlung als Erfahrung zum Werk zu erklären, mündet schließlich in ein Schlüsselwerk: der 1. Werksatz. Dabei handelt es sich um 58 aus Baumwollstoff gefertigte Objekte, die Menschen zu einer Handlung auffordern. Eine, zwei oder noch mehr Personen können die Objekte halten, sie spannen, sie überziehen oder sich hineinlegen. Durch die gemeinsame Handlung entstehen einerseits skulpturale Formen, vor allem aber auch zwischenmenschliche Begegnungen, die ganz unterschiedliche Gefühle hervorrufen können.

Jetzt seid ihr an der Reihe - Aktiviert euch zu Hause! #WaltheratHome

Was wir in unserer Ausstellung durch Werkkopien erfahrbar machen, könnt ihr auch zu Hause ausprobieren. Lasst Euch durch unsere Fotos aus den ersten Ausstellungstagen inspirieren und werdet zu Hause selbst aktiv. Alte Bettbezüge oder Vorhänge lassen sich leicht in Aktivierungsarbeiten verwandeln – übrigens nicht nur für drinnen. Manche Werkstücke Walthers sind so groß, dass sie nur draußen funktionieren, wie beispielsweise der „Sehkanal“. So lassen sich einige eurer Ideen vielleicht auch zu zweit im Garten oder im Park aktivieren.

Zeigt uns eure Aktivierungen! #WaltheratHome

Wir sind gespannt auf Eure #WaltheratHome Erfahrungen! Teilt eure Ideen und Aktivierungen unter #WaltheratHome und #hausderkunst und tagged uns! Die besten Beiträge verlinken wir hier im Blog und teilen sie auf unseren Social-Media-Kanälen!

Pia Linden leitet die Abteilung Bildung und Vermittlung im Haus der Kunst.

Eure ​#WaltheratHome Aktivierungen