Nathalie Djurberg Hungry Hungry Hippoes 2007 1-Kanal-Video (Farbe, Ton) Courtesy Sammlung Goetz, München

Broken. Slapstick, Comedy und schwarzer Humor — Sammlung Goetz im Haus der Kunst

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Die Ausstellung ist beendet.

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Schadenfreude ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft. In der Film- und Unterhaltungsindustrie haben sich mit Slapstick, Comedy und schwarzem Humor beliebte Genres entwickelt, um ungestraft über das Missgeschick von anderen lachen zu können. Slapstick bezeichnet eine spezielle Form der Filmkomödie, die von einer körperbezogenen Situationskomik charakterisiert ist und meist ohne Worte auskommt. Sie verleitet den Zuschauer, über Dinge zu lachen, die aus einem anderen Blickwinkel betrachtet eher das Gegenteil von lustig sind. 

Die siebte Ausstellung in der Reihe "Sammlung Goetz im Haus der Kunst" versammelt 14 Arbeiten der Medienkunst, die diese Grenze ausloten und zum Teil bewusst überschreiten. Das Brechen von Tabus ist eine beliebte Strategie in der bildenden Kunst, um den Betrachter emotional zu berühren. So können gesellschaftlich relevante Themen und Fragestellungen auf einer ganz unmittelbaren Ebene verhandelt werden. Arbeiten wie "First" von Olaf Breuning oder "Hungry Hungry Hippos" von Nathalie Djurberg zeigen, dass manche Situationen nur einem Teil der Figuren lustig erscheinen. Diese Art des Humors, die auch im Alltag vorkommt, lebt nicht selten von Grausamkeit und Unterdrückung, und die Videoarbeiten bringen dies zum Vorschein.

Der Titel der Ausstellung "Broken" bezieht sich auf die gleichnamige Videoinstallation von Tony Oursler. Sie zeigt eine männliche Puppe, deren Kopf zwischen Stühlen eingeklemmt ist. Obwohl der Körper nur durch einen karierten Stoff angedeutet ist, wirkt die Situation lebensecht, da auf den Kopf der Puppe das Mienenspiel eines Menschen projiziert wird. Wie er in diese Zwangslage geriet, ist nicht ersichtlich. Man sieht nur, dass er merkwürdige Grimassen schneidet und seltsame Laute von sich gibt. Dass Humor psychisch entlastend wirkt, hat schon Sigmund Freud beschrieben. Aber wie weit darf man gehen, wenn dabei politische, moralische oder religiöse Gefühle verletzt werden?

Mit Arbeiten von Pawel Althamer, Francis Alÿs, John Bock, Olaf Breuning, Nathalie Djurberg, Peter Fischli & David Weiss, Rodney Graham, Mike Kelley, Jochen Kuhn, Mirko Martin, Paul Pfeiffer, Robin Rhode und Julian Rosefeldt.

Eine Ausstellung in Kooperation mit