Markus Lüpertz. Über die Kunst zum Bild

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Markus Lüpertz (*1941) zählt zu den zentralen Künstlerfiguren der deutschen Nachkriegszeit. Er hat die moderne Malerei seit den sechziger Jahren entscheidend mitgeprägt. Die im Haus der Kunst ab dem Spätsommer zu sehende Ausstellung „Markus Lüpertz. Über die Kunst zum Bild“ stellt die Lebenskraft des uralten Mediums Malerei in den Fokus und beleuchtet erstmals den seriellen Charakter in Lüpertz‘ bildnerischem Schaffen. Anhand von über 200 Gemälden und Zeichnungen, viele aus internationalen Sammlungen, zeigt sie, wie Lüpertz ein auf innere Zusammenhänge basierendes Werk entwickelt hat, das von einer filmischen Sichtweise geprägt ist. Die kinematische Seh- und Leseweise ermöglicht einen neuen frischen Blick auf sein künstlerisches Œuvre.

Lüpertz bewundert John Fords Western und Autoren-Filme, insbesondere von Michelangelo Antonioni, Jean-Luc Godard und Alain Resnais.  Alle verzichteten weitgehend auf das Erzählen von Geschichten und zeigten stattdessen private Sehnsüchte, poetische Visionen und die abstrakte Qualität innerer Zustände ihrer Charaktere. Ende der 1960er Jahre sollten ihre „Filmgedichte" Lüpertz zu einer radikal neuen Syntax der Malerei verhelfen, die bis heute in seinen Gemälden sichtbar wird. Von Beginn an arbeitete er in Serien, ein Prinzip, das Grundlage seines Werks ist und seinen Ursprung im Film hat, so der kuratorische Ansatz der amerikanischen Kunsthistorikerin und Kuratorin Pamela Kort.

Im Zentrum stehen zwei künstlerische Zeiträume: Der Zeitraum zwischen 1963 und 1980 und der Zeitraum von 2000 bis heute. Die Ausstellung fokussiert sich auf seine frühen Bilder, seine Donald Duck Serie, seine frühen Dithyramben-Gemälde, deren Form vom Twentieth-Century-Fox-Logo inspiriert wurde, doch abstrakter und nicht leicht zu identifizieren ist, und seine Zeltbilder, deren Raum sich jenseits von Ort und Zeit befindet. In den Jahren zwischen 1972 und 1974 entstanden jene Bilder, die seinen frühen Ruhm begründen und mit denen er alles riskiert hat: die sogenannten Deutschen Motive. Mit Stahlhelmen, Spaten oder Offiziersmützen, die an dunkelste Momente der deutschen Geschichte erinnern, aber nicht unbedingt als politische Bilder zu verstehen sind, findet er zu einer eigenen Bildsprache.

Das Werk, das zwischen 2000 und 2019 entstand, ist nicht nur seriell, sondern bezieht sich auch auf Themen und Motive aus den 1970er Jahren, doch gibt Lüpertz ihnen einen frischen Twist. Neu ist auch die skulpturale Qualität vieler Figuren, die diese Gemälde bevölkern und sich auch auf "Skulpturenfilme" wie Alain Resnais' „Letztes Jahr in Marienbad“ von 1961 beziehen können. Nackte, antik anmutende Gestalten zeigen Lüpertz dialektische Beziehung zwischen Malerei und Skulptur und verdeutlichen auch hier seine Verbundenheit zur malerischen Ästhetik.

Letztendlich ist es eine Ausstellung, die sich Lüpertz' entschieden undogmatischer Malerei widmet. Sie schärft den Blick für ein neues Sehen und begreift sich als Weg über die Kunst zum Bild.

Kuratiert von Pamela Kort

Die Ausstellung wird ermöglicht durch Erich Obermaier, Unternehmer aus München. Gefördert durch Fundacíon Almine y Bernard Ruiz-Picasso para el Arte und Almine Rech Gallery.