Mark Leckey: Trailer for On Pleasure Bent, 2013 (Filmstandbild),HD video, (Farbe, Ton), 1:47 min Courtesy of the artist and Gavin Brown’s enterprise, New York; Galerie Buchholz, Berlin/Köln; und Cabinet Gallery, London

Mark Leckey: Als ob

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Obwohl sein Œuvre kaum mehr als 15 Jahre umfasst, gilt der britische Künstler Mark Leckey (*1964)  schon heute als wichtige Referenzfigur für eine junge Künstlergeneration. Hatte er sich nach seinem Studium  rund zehn Jahre aus der Kunstwelt zurückgezogen, fand er 1999 mit dem aus Found-Footage-Material kompilierten Video "Fiorucci Made Me Hardcore" seinen Weg zurück. Diese Ode an die britische Tanzkultur von Northern Soul bis Rave gilt als eines der ikonischen Werke an der Grenze von bildender Kunst und Popkultur – ein Interessenfeld, das Leckey in vielen seiner folgenden Arbeiten adressiert hat. Heute liegt Leckeys Interesse auf der Erforschung digitaler Technologien und ihrer Auswirkungen auf die Beziehung von Menschen, Dingen und Umwelt.
Die Ausstellung im Haus der Kunst ist in vier Kapitel unterteilt. Den Auftakt bilden autobiografische Arbeiten – von "Are You Waiting" (1996), einem Vorläufer  von "Fiorucci Made Me Hardcore", bis hin zu "MyAlbum: A Rough-Demo Video" (2014–15), einer gefilmten Autobiografie, die erstmals als Demo-Version gezeigt wird. Mark Leckey: "'MyAlbum' ist eine Aufzeichnung all jener Ereignisse im 20. Jahrhundert, die für mein Leben bedeutsam waren. Es sind meine Erinnerungen von 1954 bis 1999." Im mittleren Raum werden erstmals alle fünf "Sound Systems" (2001-12) Mark Leckeys gemeinsam präsentiert. Die Boxentürme haben ihren Ursprung in mobilen Diskotheken und sind seit Anfang der 2000er-Jahre ein Rückgrat im Schaffen des Künstlers. Musik und insbesondere die "Sound Systems" begreift Leckey als alternative Kommunikationskanäle: "Musik spricht jeden an, Kunst nicht. (...) ich verstehe nicht, warum Kunst nicht auch eine universell verständliche Sprache sein kann." Die "Sound Systems" bilden die Schaltzentrale der Ausstellung: Über elektronische Verbindungen treten sie mit anderen Werken und Räumen in Interaktion und verknüpfen sie, als wären sie ein quasi-lebendiger Organismus. Im dritten Raum folgt die Installation "GreenScreenRefrigeratorAction" (2010) – ein sprechender Kühlschrank, der seine Gedanken und Lebenswelt mit dem Betrachter teilt. Auch in den Videos und Filmen der vierten Sektion "ZooVidTek" werden skulpturale Objekte – in Form einer Katze, eines Kaninchens, einer Ente oder eines Hundes – durch digitale Diaserien oder Computeranimationen zum Leben erweckt. Dabei erzählt Leckey beiläufig von wegweisenden Episoden der Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts. Wie auch an anderen Positionen in der Ausstellung schwingt bei diesen Arbeiten das titelgebende "als ob" mit: die (gefilmten) Objekte und Skulpturen, die dem Besucher begegnen, sind nicht, was sie vorzugeben scheinen, es sind Duplikate und Imitationen, die Leckey behandelt, als seien sie echt.
Ausgangspunkt aller Arbeiten Mark Leckeys ist die Anziehungskraft, die Marken und Produkte, aber auch Bilder und Kunstwerke auf uns ausüben. Diese Sogwirkung übersetzt der Künstler mit seinen Werken in ebenso prägnante wie unterhaltsame Reflexionen unserer Zeit.

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