Liberté. Egalité. Beyoncé

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2014 verbreitete sich ein in Paris aufgenommenes Foto rasant im Internet: Es zeigte ein Gebäude mit den drei Schlüsselbegriffen der Französischen Revolution, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. In die Nischen dieses Gebäudes hatte jemand allerdings auch die Wörter „liberté, egalité, Beyoncé“ gesprüht, wobei die Urheberin oder der Urheber anonym blieb. Die Abbildungen der Aktion verbreiteten sich online und die Wörter selbst tauchten überall in Frankreich auf. Die drei Wörter, die als Aufruf zur Achtung europäischer demokratischer Ideale verstanden wurden, reisten um die ganze Welt. Jeder, der das Bild teilte, schien in der Sängerin ein Symbol des Widerstands sowie auch einen engen Zusammenhang zwischen Demokratie und Popkultur zu sehen.

Freie Meinungsäußerung und Gleichberechtigung sind global immer noch eine Herausforderung. Inmitten verschiedener Formen von Repression erscheint die Erinnerung an den historischen Faschismus und der Kampf gegen dessen neue Ausprägung, die im 21. Jahrhundert überall verstärkt hervortritt, als zentrale Aufgabe. Aber wie kann man sich dieser Aufgabe mit den Mitteln von Bewegung, Humor und Freude stellen? Mit dieser Ausstellung stellen die Kuratoren die These auf, dass es gilt den öffentlichen Raum mit Musik und tanzenden Körpern zu besetzen, die ihre Bewegungsfreiheit demonstrieren und die Möglichkeiten einer neuen politischen Ordnung aufzeigen. Freude kann eine so mächtige Strahlkraft entfalten, dass ihre Äußerung auch zur politischen Manifestation wird. Die hier zusammengeführten poetischen Akte sind in vielen verschiedenen Ländern entstanden und wehren sich gegen die Repressalien von heute. Sie zeigen Wege, wie man dem Strom des Faschismus entgegenschwimmt. Gemeinsam ist allen Künstlerinnen und Künstlern einer hier versammelten jüngeren Generation die Überzeugung, dass der menschliche Körper die Fähigkeit besitzt, seinen politischen Charakter mit der Kraft des Ungehorsams zu artikulieren. Tanz, Freude, Feier, Humor und Vergnügen erscheinen als Widerstandsstrategien angesichts aggressiver Versuche, den menschlichen Körper zu kontrollieren.

Kuratiert von Raphael Fonseca und Anna Schneider