Kendell Geers, 1988 — 2012, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2013, Foto Maximilian Geuter

Kendell Geers: 1988 – 2012

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Kendell Geers (geb. 1968 in Südafrika) nutzt so unterschiedliche Medien wie Installation, Skulptur, Zeichnung, Video, Performance und Fotografie. 

Leben und Werk des Künstlers lassen sich in zwei, jeweils ein Jahrzehnt umfassende, Werkphasen gliedern: Die erste, politische Phase umfasst die Jahre 1988-2000; zu dieser Zeit lebte Geers als weißer Südafrikaner im System der Apartheid und setzte sich in seiner künstlerischen Praxis mit dessen Widersprüchen und Moral auseinander. Mit gefundenen Objekten wie Stacheldraht, Neonleuchten und Glasscherben fand er zu einer von Provokation, aber auch von Humor geprägten Bildsprache. Mit Akten der Aneignung formulierte er Fragen nach dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft. So änderte Geers sein tatsächliches Geburtsdatum in Mai 1968 um, den Beginn der Studenten- und Bürgerrechtsbewegung, und wurde vor den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika Mitglied jeder kandidierenden Partei – vom extremistischen rechten Flügel bis hin zur kommunistischen Partei. Auf diese Weise drückte er seine Zweifel an der damals üblichen Fetischisierung einzelner Parteien aus. 

Die spätere, europäische Phase in Geers Werk begann 2000 mit dem Umzug des Künstlers nach Brüssel. Zum rebellischen Charakter seines Schaffens kommt nun Poetisches, auch im Sinne von: Dichterisches, hinzu. Das Themenspektrum weitet sich von der Geschichte Südafrikas hin zu einem postkolonialen, globaleren Kontext, indem er sich mit übergreifenden Themen der Zeit wie Terrorismus, Spiritualität und Sterblichkeit befasst. 
Leben und Werk des Künstlers können als lebendiges Archiv gelesen werden - bestehend aus politischen Ereignissen, Fotografien, Briefen und literarischen Texten, die Geers als Inspirationsquelle dienen und zugleich eine Fortsetzung seines Schaffens bilden.