Kapsel 12: Monira Al Qadiri. Holy Quarter

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Kapsel — Ausstellung, von

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Mit Monira Al Qadiri (geb. 1983 in Dakar, Senegal) widmet das Haus der Kunst einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Golfregion die Kapsel 12 in der Südgalerie. Sie produziert hierfür neun Skulpturen sowie einen neuen virtuosen Film, „Holy Quarter“, gedreht in der weltweit größten Wüstenregion „Empty Quarter“ zwischen Saudi-Arabien, Oman und Jemen. Al Qadiri zählt zu einer Generation, der die rasante Transformation des jungen Nationalstaats Kuwait – von ältesten Lebensformen über die seit den 1960er-Jahren massiv geförderte Ölwirtschaft hin zu einem wichtigen Akteur der Geopolitik – in die Biografie eingeschrieben ist. Ihre Arbeit nimmt in den Bildenden Künsten die Rolle eines Seismografen für eine zwangsglobalisierte Welt ein. Seit Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit befasst Al Qadiri sich mit der Zerrissenheit als einer Folge von Wohlstand, repressiven Religionsvorstellungen und magischem Denken. Sie widmet sich wirtschaftspolitischen Missständen, den Widersprüchen von konservativen Strukturen und von neuen Technologien forcierten gesellschaftlichen Zukunftsvisionen. 

Mit „Holy Quarter“ sucht sie nach einer fehlenden empirischen Gewissheit und wählt erstmalig mythenumwobene Orte wie die Majlis Al Jin Höhle – auch „Treffpunkt der Geister“ genannt, um sich der Erzählungen der Ahnen wieder zu bemächtigen. Jenseits westlicher Vorstellungen von Modernität konfrontiert sie den Betrachter mit einem raumzeitlichen Delirium. Die Wüste als einer der ältesten und unberührtesten Lebensräume dient Al Qadiri als Ort der Spurensuche nach dem Sinn der Existenz.  Im Meteoritenkrater Al Wabar findet sie „Wabar Pearls“, wunderschöne schwarze leuchtende Steine, die durch die Hitze aufschlagender Meteoriten in den Sand entstehen, woraus sie ihre neunteilige Werkgruppe von Glasskulpturen ableitet. Ihre perlenartige Form erinnert an die Zeit, in der Perlentauchen einst der Hauptwirtschaftszweig Kuwaits war, und ihre Farbe an die von Öl – ein Quantensprung, den Monira Al Qadiri „Alien Technology“ nennt. Mit „Holy Quarter“ schafft die Künstlerin ein intermediales Projekt, das Musik, Sprache und bildgewaltige Szenen ihrer Heimat miteinander verwebt und den Nerv globaler Fragestellungen trifft.

Kuratiert von Jana Baumann