Haegue Yang "Accommodating the Epic Dispersion – On Non-cathartic Volume of Dispersion", 2012 Installationsansicht Foto: Jens Weber, München

DER ÖFFENTLICHKEIT — VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST: Haegue Yang

DER ÖFFENTLICHKEIT — Ausstellung, von

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DER ÖFFENTLICHKEIT — VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST ist eine Serie von Auftragsarbeiten, die speziell für die zentrale Mittelhalle im Haus der Kunst entwickelt werden, mit Unterstützung von und in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde. Mit der ersten Arbeit wurde die koreanische Künstlerin Haegue Yang beauftragt (geb. 1971 in Seoul, lebt und arbeitet in Berlin).

Wie bei Haegue Yangs Beitrag für die dOCUMENTA (13) besteht auch ihre Installation für das Haus der Kunst aus Jalousien, die von der Decke herabhängen. Sie bilden drei unabhängige, aber miteinander verbundene Teile: eine massive turmähnliche Struktur, die streitlustig gleich am Eingang platziert ist, eine dünne Wand aus luftigen Rastern, und ein voluminöses Rechteck, das zum Boden hin fragmentarisch wird. Je nach Blickwinkel überlappen sich die Jalousien in unterschiedlich vielen Lagen, und je nach Standort ändert sich das Zusammenspiel von Licht und Schatten. Mal scheint die Installation undurchsichtig, dann wiederum völlig lichtdurchlässig. Der Titel der Installation "Accommodating the Epic Dispersion – On Non-cathartic Volume of Dispersion" nimmt selbst viel Raum ein und bildet eine Entsprechung zu den vielen Schichten an Jalousien, die den freien Blick in den Raum mitunter verstellen. Gleichzeitig klingt darin an, dass die Inspirationsquellen der Künstlerin einen Bezug zur literarischen Verarbeitung von Migration und Diaspora haben. Haegue Yang stammt aus Seoul, Korea, und lebt seit 1994 in Deutschland. Sie kennt die Herausforderungen an einen Menschen, der in einem fremden Land lebt. So bieten ihr Autoren und Romanfiguren mit postkolonialer oder Einwandererbiografie die Möglichkeit zu Vergleich oder Identifikation und sind Anregung für ihr eigenes Werk, das ebenfalls von Migration und Verunsicherung handelt. Haegue Yang übersetzt diese Themen in eine räumliche Erfahrung und führt die Abstraktion in die Erzählung ein: Der Betrachter erkundet bei seinem Rundgang durch die Installation, wie sich Raum, Maße, Gewicht und Volumen zueinander verhalten, wo Kraft und Kontrolle manifest sind, wo sie schwächer werden oder verloren gehen, wo sie neu entstehen und sich im Wiederaufbau befinden. Haegue Yang hat in bedeutenden internationalen Institutionen ausgestellt, darunter im BAK /basis voor actuele kunst in Utrecht, im Portikus Frankfurt, im New Museum in New York oder im Kunsthaus Bregenz. 2009 hat sie Südkorea bei der 53. Biennale in Venedig vertreten und ist vielen durch ihren herausragenden Beitrag zur dOCUMENTA (13) bekannt. Die Auftragsarbeit wurde eigens für die Mittelhalle im Haus der Kunst entwickelt. Der 800 qm große zentrale Raum fungiert wie eine frei zugängliche öffentliche Plaza und ist ein Verbindungspunkt, an dem die unterschiedlichen Programmangebote des Hauses zusammenlaufen. Hier treffen sich die Besucher, lesen, verweilen. Es ist der geeignete Ort, um über den öffentlichen Raum nachzudenken.

DER ÖFFENTLICHKEIT — VON DEN FREUNDEN HAUS DER KUNST ist ein Projekt des Haus der Kunst, großzügig unterstützt durch die Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst. Es ist auf mehrere Jahre angelegt und setzt sich für die Entstehung neuer Werke zeitgenössischer Kunst ein, bei denen das Haus im Brennpunkt der Diskussion steht.