Aufstieg und Fall der Apartheid: Fotografie und Bürokratie des täglichen Lebens

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Anhand einer breiten Auswahl von Exponaten – darunter mehr als 500 Fotografien – zeigt die Ausstellung, wie die Strukturen der Rassentrennung in das alltägliche Leben Südafrikas verwoben und als Teil der bürokratischen Ordnung normalisiert wurden. Dabei geht es weniger um die Geschichte der Apartheid, als um die Frage, wie sich Apartheid im Alltag der Menschen manifestiert hat: Welches waren ihre normativen Symbole und Zeichen und wie wurden sie in Fotografie, Film und anderen Medien dargestellt? 

 1948, nach dem unerwarteten Sieg der "Afrikaner National Party", wurden südafrikanische Fotografen auf die Veränderungen aufmerksam, die sich in Politik und Gesellschaft vollzogen: Ihre Bilder verdeutlichen den Wandel von einem "kolonialen Gebiet mit Rassentrennung zu einem heiß umkämpften Ort, in dem die große Mehrheit der Bevölkerung um Gleichheit, demokratische Vertretung und Bürgerrechte kämpfte" (Okwui Enwezor). Die Fotografie veränderte ihre visuelle Sprache und entwickelte sich von einem anthropologischen hin zu einem sozialen Werkzeug. 

Niemand konnte den Kampf gegen die Apartheid kritischer dokumentieren als die südafrikanischen Fotografen. Sie zeigten ihre Mitbürger nicht nur als Opfer, sondern auch als Vertreter ihrer eigenen Emanzipation. Zudem einte sie eine politische Überzeugung: Sie waren Gegner des Apartheid-Regimes.  Eine Aufnahme von Sam Nzima aus dem Jahr 1976 zeigt den 12-jährigen Hecter Pietersen, der im Zuge eines Schülerprotestes ("Soweto Uprising") gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache ums Leben kam. Das Bild zeigt den Jungen wenige Augenblicke nach seinem Tod auf den Armen eines Mitschülers – es wurde zu einer der berühmtesten Darstellungen vom Kampf gegen die Apartheid.

Ebenso eindrucksvoll zeigen die Fotorgrafien Peter Magubanes, was die Trennung der Wohnbereiche nach Hautfarbe Tag für Tag für die farbigen Südafrikaner bedeutete: Seine Aufnahmen zeigen sie im Bus, in unbequemer Haltung schlafend, auf dem langen, strapaziösen Weg von ihren Siedlungen zur Arbeit. Mit Ausnahme von einigen wenigen westlichen Fotografen — u.a. Margaret Bourke-White, Hans Haacke und Adrian Piper — vereint die Ausstellung ausschließlich Werke südafrikanischer Fotografen. Arbeiten einer jüngeren Generation wie Sabelo Mlangeni und Thabiso Sekgale verdeutlichen zudem die Auswirkungen von Apartheid, die bis heute spürbar sind.

"Aufstieg und Fall der Apartheid: Fotografie und Bürokratie des täglichen Lebens" wurde organisiert vom International Center of Photography, New York, in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kunst.