Christian Boltanski, "Résistance", 1993/94 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2015, und Gustav Metzger, "Travertin/Judenpech", 1999 (im Hintergrund), Neuinstallation Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter <>

Interventionen in die Architektur: Archiv Galerie 2015/16

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Die zweite Präsentation der Archiv Galerie im Haus der Kunst legt den Schwerpunkt auf Interventionen in die Architektur und den Umgang mit der Fassade des 1937 als "Haus der Deutschen Kunst" errichteten Gebäudes. Mit "Résistance" von Christian Boltanski (1993/94) und Gustav Metzgers "Travertin/Judenpech" von 1999 reaktiviert das Haus der Kunst die ersten zwei künstlerischen Auseinandersetzungen, die eigens für die Fassade und den Säulengang des Gebäudes konzipiert wurden. 

Beide Projekte rückten auf subtile Weise den Zusammenhang zwischen nationalsozialistischer Megalomanie und den traumatischen Erfahrungen der Menschen, die wegen ihrer Herkunft oder Überzeugung zu Opfern und Gegnern des NS-Regimes wurden, ins Bewusstsein des Betrachters. Die Arbeiten leisteten damit einen wichtigen Beitrag, um das historisch belastete Gebäude in der Topografie des Erinnerns im urbanen öffentlichen Raum zu verorten. Zwanzig Jahre später soll nun ihre Neuinstallation eine Neubefragung und -reflexion anregen, nicht zuletzt auch bei der jüngeren Generation.Die Archiv Galerie ist von der zentralen Mittelhalle im Haus der Kunst frei zugänglich. Die Interventionen von Christian Boltanski und Gustav Metzger an der Südfassade des Gebäudes können auch außerhalb der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Mit der Archiv Galerie etablierte das Haus der Kunst 2014 ein neues Forschungs- und Ausstellungszentrum: Eingerichtet in einem zentral gelegenen Ausstellungsraum, der vom Künstler und Kulturwissenschaftler Martin Schmidl gestaltet wurde, stellt die Archiv Galerie das sichtbare Gedächtnis der wechselvollen Geschichte und des komplexen historischen Prozesses dar, der das Haus der Kunst in seiner heutigen Form hervorgebracht hat. Basis für die Präsentationen sind die Bestände des Historischen Archivs im Haus der Kunst, die 2004 von der Historikerin Sabine Brantl erstmals vollständig erschlossen wurden. Mit dem neuen Display-Format soll die allgemein statische Konnotation des Begriffs Archiv sukzessive einer offenen und dynamischen Form zugeführt werden. In Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen, Künstlern und Wissenschaftlern sind weitere wechselnde Präsentationen zu verschiedenen thematischen Aspekten geplant. Das interaktive Angebot wird hierfür fortlaufend erweitert.