Ai Weiwei. So Sorry

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Ai Weiwei (*1957) gilt als der bedeutendste chinesische Künstler der Gegenwart. Sein Projekt "fairytale", 2007 Publikumsmagnet der documenta in Kassel, machte ihn international berühmt: 1001 Chinesen ließ er für "fairytale" einfliegen; sie wurden Teil der Ausstellung und ihre Erfahrungen Teil der Kunst. Es war das größte Projekt, das je für die documenta realisiert wurde. 2008 konzipierte Ai Weiwei gemeinsam mit den schweizer Architekten Herzog & de Meuron das Nationalstadion für die Olympischen Spiele in Peking, das sogenannte "Vogelnest" – schon heute ein Wahrzeichen der chinesischen Hauptstadt.

Für die Produktion seiner Kunstwerke eignet sich Ai Weiwei häufig Objekte an: chinesische Antiquitäten beispielsweise, uralte Bäume und Baumwurzeln oder spirituelle Artefakte, um sie dann zu verändern. Ob er antike Tongefäße mit Industriefarben übermalt, jahrtausendalte Tempelbalken in hölzerne Landkarten verwandelt oder Urnen der Han-Dynastie auf Steinplatten zertrümmert – Ai Weiwei schafft neue Zusammenhänge und stellt in seinen Werken pointiert die Frage, wie Altes und Neues nebeneinander bestehen kann, wie die neue Qualität von Tradition aussehen könnte und wie sich China zu sich selbst verhält: "Vorhandenes in eine neue Richtung zu entwickeln, ist nicht nur interessant, sondern notwendig".

Neben zahlreichen bekannten Werken aus den unterschiedlichsten Medien, wird "So Sorry" zwei neue Arbeiten Ai Weiweis zeigen, die eigens für das Haus der Kunst produziert wurden. "Remembering" etwa ist eine Arbeit für die Fassade des Haus der Kunst, mit der Ai Weiwei an das Erdbeben, das sich 2008 in der chinesischen Provinz Sichuan ereignete, erinnert. Die Installation besteht aus 9000 Schulrucksäcken in fünf unterschiedlichen Farben, deren Anordnung in chinesischen Schriftzeichen den Satz "sieben Jahre lang lebte sie glücklich in dieser Welt" ergibt, mit dem die Mutter eines Erdbebenopfers ihrer Tochter gedachte.

Ai Weiwei ist ein scharfer Kritiker der politischen Führung Chinas und fordert ein Ende der Zensur. Im August wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten kurzzeitig festgenommen. Sein Blog im Internet, auf dem er auch die Namen der Opfer von Sichuan, darunter 5000 Schulkinder, veröffentlicht hatte, wurde bereits mehrfach geschlossen. Auf Einladung des Haus der Kunst schreibt Ai Weiwei nun im Blog zur Ausstellung erstmals auch in englischer Sprache.

"Darum dreht sich doch die Freiheit: Alles in Frage zu stellen."

Ai Weiwei

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